Ostheimer Zeitung
Amtliches Veröffentlichungsorgan der Stadt
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Wappen der Stadt Ostheim vor der Rhön
Die Rhön Nachrichten- und Heimatzeitung
im Biosphärenreservat Rhön
Impressum Freitag, 10. Juli 2015 109. Jahrgang

 
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Sie beherrscht das Streutal: Die Ruine Lichtenburg bei Ostheim. (weitere Bilder)
 
Als Bundespräsident Heinrich Lübke Ostheim besuchte, war im Protokoll auch ein Ausflug zur Lichtenburg eingeplant. Dem hohen Gast sollte vom Turm aus die einmalige Lage von Stadt und Burg erklärt werden. Wird, wie bereits beschrieben, auf dem Ostheimer Wartturm des Wanderers Erwartung einer schönen Aussicht jetzt durch überragende Baumwipfel enttäuscht, so hat er dagegen auf dem Turm der Lichtenburg immer noch das Erlebnis einer freien Rundsicht bis in weite Fernen.
    Um die zahlreichen Aussichtspunkte auch mit Namen ansprechen zu können, haben daher Helmut Bauersachs und Walter Jahn mittels Karten, Fotos und Fernglas Panoramazeichnungen angefertigt, die seit 2001 auf den Fensterbrettern der Vier Aussichtsfenster die Informationen liefern, Karl Küchler fertigte die Holzrahmen dazu an, das vierteilige Panorama kam auf laminiertes Papier unter Glasplatten.
    Wer die 105 Stufen im Turm geschafft hat, kann sich ganz dem Rundblick auf fünf Mittelgebirge, die Berge und Orte hingeben und wie schnell die Zeit vergeht, entdeckt man bei der Suche nach der Ostheimer Warte. Auf der Südwesttafel ist sie noch so gezeichnet, als ob sie den sie umgebenden Wald überragen und daher die Bezeichnung „Aussichtsturm“ rechtfertigen würde. Tatsächlich ist sie auch von dieser Höhe aus (468 m über N.N., Turmhöhe 37 m) nicht mehr auszumachen.
    Bei der Aussicht wollen wir im Uhrzeigersinn beginnen und so erscheint im Vordergrund der Weyhershauck, das mittlere Streutal, dann Ostheim und dahinter der Kleine und der Große Lindenberg vor dem 525 m hohen Heidelberg, der die weitere Sicht nach Süden versperrt. Westlich daneben reihen sich Bremslberg, Ochsenberg, die Ostheimer Warte, dann folgen Kaffenberg, Dachsberg und der Nordheimer Sommerberg. Aus der fränkischen Rhön ragt eindrucksvoll der 21,4 km entfernte und 928 m hohe Kreuzberg empor. Der Heidelstein (926 m) leitet über zur Hohen Rhön, davor liegt der Gangolfsberg. Zu erkennen sind Bischofsheim, Weisbach, Oberelsbach, Urspringen und hinter dem Osterberg Sondheim vor der Rhön.
    Der Blick nach Nordwesten ist die Fortsetzung der Hohen Rhön mit dem Stirnberg. Am Hang die Thüringer Hütte, davor die Rother Kuppe mit dem Rhön-Park-Hotel und dann steht daneben der Hillenberg. Die Weitsicht versperren der 530 m hohe Berg Königsburg und die Höhn. Aus der thüringischen Rhön lugen der Ellenbogen (813 m), Streufelsberg und Stellberg und der Berg Diesburg mit 712 m hervor.
    Nach Nordosten schweift der Blick auf Huts- und Neuberg (beide 639 m), zur Hohen Geba (751 m) und zum Dorf Träbes, das am Osthang liegt. Gleich daneben aber fern (44,6 km) liegt der Inselsberg (916 m) und weitere Erhebungen entlang des Rennsteigs: Bis zur höchsten des Gebirges, dem Großen Beerberg (983 m, 41,6 km entfernt). Im Abendsonnenschein gut zu erkennen ist das wuchtige Ringberghotel oberhalb von Suhl, zur DDR-Zeit wegen der Herkunft der Beleggäste „Runkelburg“ genannt. Zurück zum Lichtenburgturm: Nun begrenzt der Berg Hohe Schule (538 m) die Fernsicht, unterhalb liegt Völkershausen mit dem Von-Steinschen Schloß.
    Jetzt schauen wir nach Nordosten, über das Grabfeld, ins Frankenland. Noch zum Thüringer Wald gehört der Blessberg bei Eisfeld (55,1 km entfernt, 863 m hoch) und am südöstlichen Horizont beherrschen die beiden Gleichberge bei Römhild (641 und 679 m) den fruchtbaren Gau. Im Fernglas erscheinen bei guter Sicht der Turm der Heldburg und der 71 km entfernte Staffelberg (539 m) der Frankenalb, der weitste sichtbare Punkt. Dann folgen viele Höhen der nördlichen Haßberge. Der nördlichste ist der Jugendhügel bei Kleinbardorf, der höchste der Große Breitenberg (497 m, 30,4 km entfernt). Westlich im steigerwald ragen Kleiner und Großer Knetzberg (440 m und 488 m) und der Zabelstein in 61 km Entfernung und mit einer Höhe von 488 m heraus.
    Der Südostblick geht über die Orte des thüringischen und fränkischen Grabfelds: z. B. Queienfeld, Berkach, Mühlfeld, Roßrieth und zu den Aussichtstürmen bei Rappershausen und Zimmerau. Streutalaufwärts blicken wir hinunter auf Mellrichstadt, Stockheim, zur Kupfermühle und wieder auf Ostheim vor der Rhön.
    Jetzt sind wir wieder in dem etwa 850 Jahre alten Gemäuer. Im Burghof zeigt eine Ansicht auf einer Tafel die frühere Anlage. Die Darstellung stammt von Helmut Bauersachs und wer das Ganze von oben betrachten will, muss auf den Bergfried. Zur Besteigung benötigt man den Schlüssel für das untere Türschloss. Man erhält ihn für einen Euro Leihgebühr von der Burgvogtin. Am Eingang zur Gaststube gibt es auch Info-Material zur Burg, Stadt und Umgebung. Unter anderem das neue Faltblatt zur Geschichte des Lichtenburgturmes, das im Frühjahr 2015 vom ehemaligen Fürsteher der Lichtenburggemeinde und des Rhönklubzweigvereins, Hans Bluhm, herausgegeben wurde.
    Die vier Panoramaausschnitte und den Text dazu stellte freundlicherweise Walter Jahn zur Verfügung. W.Z.